Halberstadt, 28. August 2026
Eine Pappfigur sitzt im Raum.
Ihr Körper besteht aus Texten, aus Fragmenten,
aus Gedanken des 18. Jahrhunderts.
In der Hand: eine Schreibfeder.
Als würde er – der Johann Wilhelm Ludwig
Gleim aus Papier – noch schreiben.
Als wäre sein Denken nie abgeschlossen.
Dies ist eine Station der inklusiven Führung.
Gemeinsam führen Dr. Ute Pott, die Museumsdirektorin vom Gleimhaus
in Halberstadt, und Marco Erdmann, aus der Werkstatt für Menschen mit
Sinnesbehinderung der Diakonie-Werkstätten Halberstadt, durch das
Museum – und was zunächst wie ein klassisches Tandem wirkt, wird
schnell zu etwas anderem: zu einem echten Miteinander.
Hier erklärt nicht eine – und der andere hört zu.
Hier entsteht ein Gespräch.
Wenn Marco Erdmann Gedanken der Aufklärung aufgreift, wenn er
Immanuel Kant mühelos zitiert und mit der Gegenwart verbindet, dann
ist das kein Auswendiglernen. Es ist Aneignung. Es ist Haltung.
Und es ist berührend zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit sich
beide begegnen: respektvoll, humorvoll, wach.
Fast so, als würde die Figur im Raum lebendig werden.
Als würden ihre Gedanken weitergetragen.
Im Sinne von Gleim wird das Museum zu einem Ort, an dem Denken
nicht nur bewahrt, sondern geteilt wird.
Und vielleicht ist das die eigentliche Stärke dieses Moments:
Dass Inklusion hier nicht sichtbar gemacht werden muss.
Sie ist einfach da.
In jedem Satz.
In jedem Lächeln.
In jedem gemeinsamen Gedanken.
Und man verlässt diesen Raum mit dem Gefühl: Die Feder schreibt weiter.
Bei Interesse an einer inklusiven Führung informieren Sie sich gern
auf der Homepage vom Gleimhaus:
www.gleimhaus.de

